Warum wir Big Data zu Smart Data machen müssen

28.08.2016

Erst drei Prozent der heute in der Cloud gespeicherten Informationen sind nutzbar. Der intelligente Einsatz von Daten birgt ein riesiges Potenzial für alle im Online-Bereich tätigen Unternehmen.

Eine beliebte populärwissenschaftliche Frage lautet: Wie viele Sandkörner gibt es auf der Welt? Eine häufige Antwort auf diese Frage ist ein Einser mit 21 Nullen: 1 000 000 000 000 000 000 000. In der IT-Sprache also ein Zettabyte, oder der Speicher von einer Milliarde heute üblicher Ein-Terabyte-Festplatten. Laut einer Studie der International Data Corporation (IDC) sollen Cloud Services in weniger als fünf Jahren 40 Zettabyte an Information in ihren Speichern lagern. Während Big Data rund um den Globus einen – oftmals unreflektierten – Hype erlebt, sollten wir uns kritisch damit auseinandersetzen, wie dieser riesige Datenhaufen sinnvollen Nutzungsmöglichkeiten zugeführt werden kann. Ehe der Trend gemäß Gartners Hype-Zyklus wieder im „Tal der Enttäuschungen“ zu versinken droht.

 

„Big Data Lücke“

Die für die Zukunft entscheidende Problematik zeigt sich insbesondere an der so genannten „Big Data Lücke“: Schätzungsweise wurden erst drei Prozent der heute in der Cloud gespeicherten Daten beschlagwortet und damit nutzbar gemacht. Bereits 2012 verwies die Harvard Business Review in einem Artikel auf das Potenzial von Big Data in vielen Bereichen: von Kriminologie über Wetterprognosen bis hin zu Einkaufsverhalten und Marktforschung. Im selben Artikel riet der Autor den Verantwortlichen anderer Branchen dazu, diese gesammelten Erfahrungswerte auch für sich einzusetzen.

 

 

Vorbild Industrie 4.0

Nachahmenswerte Versuche wurden bisher vor allem von großen Produktionsbetrieben im Bereich der Industrie 4.0 unternommen. Hier gilt es, mittels Sensoren exakte Daten der Produktionsprozesse zu ermitteln und auf Basis der gesammelten Informationen effizienzsteigernde Maßnahmen zu definieren, messbare Erfolge zu erzielen und Einsparungen zu realisieren. Die beachtliche Leistungsfähigkeit von Big Data-Technologien, riesige Mengen unstrukturierter Informationen in Echtzeit zu verarbeiten, macht die Vorreiterrolle in diesem Bereich erst möglich. Die Grundlage dieses Erfolges besteht aber nicht nur aus der richtigen Positionierung der Sensoren, sondern vielmehr aus präzise gestellten Fragen an die generierten Datensätze und der intelligenten Verwertung der Antworten.

 

Kenne die Kunden

Was für die Großbetriebe gilt, könnten sich künftig auch alle im Online-Bereich tätigen Klein- und Mittelbetriebe zu Herzen nehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen an die richtigen Zielgruppen bringen möchten. Sie müssen ihre eigene „Sensorik" entwickeln, um möglichst genau in Erfahrung zu bringen, wer ihre bestehenden und potentiellen Kunden sind. In der Regel können sie es durch Daten wissen, die von Kunden freiwillig und mit Zustimmung im Zuge eines Kaufprozesses oder etwa durch die Teilnahme an Gewinnspielen und Umfragen bekannt gegeben werden. Hierzulande wurden diese Daten jahrelang „blind“ gesammelt – mittels Kundenkarten, Apps oder online. Allerdings ohne zu lernen, diese Informationen für die Optimierung des Geschäftserfolges richtig einzusetzen. Bei geschätzten 5.000 Werbebotschaften, die tagtäglich über alle möglichen Kanäle auf uns einprasseln, müssen Marketing- und Vertriebsabteilungen von Unternehmen es sich genau überlegen, wie sie sich in Zukunft bei ihren Zielgruppen noch Gehör verschaffen können – und das mit minimalen Streuverlusten und maximaler Wirkung.

 

Woran scheitert`s?

Die Gründe, warum sich viele Unternehmen das Potenzial intelligenter Datenauswertung bislang entgehen lassen, beruhen auf Vorurteilen, die auf einem falschen Verständnis von Big Data basieren. Die größten Kritikpunkte beziehen sich meist auf einen (vermeintlichen) Mangel an Sicherheit und Normen, auf den für detaillierte Auswertungen notwendigen hohen Qualifikationsgrad des Personals sowie auf eine unzureichende IT-Infrastruktur. Der Erfolg einer digitalen Marketingkampagne – und damit jedes Versuchs, die richtigen Personen zum passenden Zeitpunkt auf etwas für sie Relevantes aufmerksam zu machen – liegt eben nicht in der Erhebung einer möglichst großen Menge an Daten, sondern in der Analyse der für den jeweiligen Geschäftsprozess relevanten Daten.

 

Denkende Tools

Lösungsanbieter sind gefragt, diese Bedenken ernst zu nehmen. Künftig wird es vor allem entscheidend sein, den richtigen Stellen die passenden Mittel in die Hand zu geben, um aus Big Data endlich Smart Data machen zu können. Das bedeutet, Technologien zu schaffen, die es etwa Marketingabteilungen ermöglichen, über einfach aufbereitete Informationen zu verfügen und diese mittels intuitiv bedienbarer Funktionen gewinnbringend einzusetzen. Wenn es Software-Lösungen schaffen, die Datensätze anschaulich und verständlich aufzubereiten, werden Unternehmen die Vorteile dieses Data-Driven Marketings auch ausspielen können. Erst damit ist der Weg für tatsächlich „smarte“ Lösungen geebnet, die künftig Tag und Nacht für Marketer „mitdenken“, die Interessen ihrer Kunden berücksichtigen und sie zum richtigen Zeitpunkt und unter Beachtung ihres geographischen Umfeldes mit den passenden Angeboten persönlich ansprechen. Nur wer seinen Kunden diese hochspezifische Servicierung und individualisierte Ansprache bieten kann, wird in der digitalen Wirtschaft der Zukunft zu den Gewinnern zählen.

 

Franz J. Kolostori, Geschäftsführer des E-Mail Marketing-Spezialisten eyepin.

www.eyepin.com

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