Digitale Barrierefreiheit – Das Netz ist für Alle da!

Digitale Barrierefreiheit - Das Netz ist für alle da.

Zeigt Symbole für Behinderung in Code-Form

Über eine Milliarde Menschen leben mit einer Behinderung. Ein gewichtiges Argument, um die Bedeutung von Barrierefreiheit im Web und in Apps zu unterstreichen. Welche Richtlinien gibt es und woran sollten sich Anbieter bei der Umsetzung ihrer digitalen Inhalte orientieren?

Circa 15 Prozent der Weltbevölkerung, also mehr als eine Milliarde Menschen, haben laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Behinderung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind mehr als 15 Millionen Menschen körperlich oder geistig beeinträchtigt. Gerade für diese Menschen ist das Internet ein wichtiges Kommunikationsmedium.  Deshalb müssen Barrierefreiheit während der Konzeption und Umsetzung ernst genommen werden. Die Web Accessibility Initiative (WAI) des World Wide Web Consortiums (W3C) bestimmt die dafür geltenden Richtlinien, seit 23. September 2020 sind diese in der EU verpflichtend für alle Internetangebote vorgeschrieben.

Was bedeutet inhaltliche & technische Barrierefreiheit?

Texte sollten in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben sein oder durch eine leichtere Alternativversion ergänzt werden. Werden Aussagen im Text direkt und kompakt auf den Punkt gebracht, hilft das nicht nur Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, sondern wirkt sich als Nebeneffekt auch im Suchmaschinen-Ranking positiv aus.

Inhalte sollten außerdem nicht in Bildern verarbeitet werden, da diese von Screen-Readern nicht gelesen werden können und die Infos dem Nutzer so vorenthalten bleiben. Bei Screen-Readern handelt es sich um Bildschirm-Vorlese-Programme, die sowohl Texte als auch mit Texten hinterlegte Bilder wiedergeben können. Wo es sich also nicht vermeiden lässt, sollten Bilder unbedingt mit aussagekräftigen Texten, sogenannten Alt-Texten, hinterlegt werden. Die Sprache der Texte sollte außerdem einheitlich sein. Vorlese-Programme, die auf die deutsche Sprache ausgerichtet sind, haben oft Probleme mit fremdsprachlichen Begriffen.

Um eine technische Barrierefreiheit zu schaffen, müssen Inhalte so programmiert werden, dass sie auf unterschiedlichen Endgeräten logisch und strukturiert abgebildet und von Screenreadern gut erkannt werden. So kann durch die Nutzung von Responsive Design gewährleistet werden, dass Textgrößen ein Minimum für eine gute Lesbarkeit nicht unterschreiten. Außerdem schaffen diese automatischen Umbrüche im Layout auch die Möglichkeit für Nutzer, gezielt die Schriftgröße zu erhöhen und trotzdem alle Inhalte übersichtlich darzustellen.

Wer durch einen Newsletter oder eine Website per Screen-Reader oder über die Tastatursteuerung navigiert, ist dankbar für eine klare Hierarchie der Überschriften und Inhaltselemente und eine gute Kennzeichnung des Codes. So werden zum Beispiel Überschriften der gleichen Ebene gekennzeichnet und ermögichen es, schnell und übersichtlich durch die Inhalte zu wechseln oder in die nächste Hierarchieebene einzutauchen. Doch auch die Darstellung auf kleinen Bildschirmen und die Notwendigkeit des Scrollens bedarf eines einfachen Aufbaus, der schnell ein Muster erkennen lässt.

Tipps für Barrierefreiheit in E-Mail-Newsletter

Im E-Mail-Newsletter sollte sich immer ein Link zur Online-Ansicht befinden, da Internetbrowser eine zuverlässigere Darstellung und mehr technische Unterstützung bieten als Mailclients. Besonderheiten bei der Formatierung wie etwa Tabellen können im Code gekennzeichnet werden. So erkennt die Software, was sie zum Verständnis des Textes vorlesen soll und was nicht.

Vor dem Launch einer Website, einer App oder auch dem Newsletter-Versand sollte die Darstellung auf verschiedenen Endgeräten getestet werden, um eine technische Barrierefreiheit zu gewährleisten. eyepin bietet zu diesem Zweck einen integrierten Test auf verschiedenen Geräten direkt vorm Versand.

Formatierung von Texten und Darstellung von Formularen

Starke Farbkontraste zwischen Hintergrund und Text, eine gut leserliche Schriftart und eine große Schrift schaffen körperliche Barrierefreiheit im digitalen Raum. Das Design sollte schlicht und der Zeilenabstand im Text nicht zu gering sein. Auf Websites kann die Möglichkeit geschaffen werden, dass der Nutzer die Farbgebung, Schriftgröße oder den Kontrast selbst einstellt.

Besonders bei der Einbindung von Formularen auf Websites sollte besonders auf klare Kennzeichnungen der Formularfelder und das Definieren der Tab-Reihenfolge geachtet werden. Die strukturierte Darstellung aller Felder mit Beschreibungen im Code ist wichtig, da nicht jeder Nutzer die visuellen Hinweise oder mittels Java-Script ein und ausgeblendete Felder wahrnehmen kann.

Der Autor Niklas Lenz ist Geschäftsführer von eyepin Österreich.

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